Interview mit “Act Of Creation”

 

Da der Corona Lockdown leider vieles verbietet, müssen auch die Interviews mit Musikern leider flachfallen, aber da es Telefon Konferenzen gibt, haben wir das Interview mit den Senkrecht Startern von “Act Of Creation” auf unserer virtuellen Couch geführt. Zu Gast waren Frontfrau Jess und Gitarrist Casi.

Welche Erinnerungen verbindet Ihr mit eurer Kindheit?

Casi: Meinen Teddybär und mein Knuddeltuch.

Jess: Unbeschwertheit und Urlaub am Strand 🙂

Wann habt Ihr euch entschieden Musik zu machen?

Casi: Im Mutterleib. Ne, im Ernst, mit 13 hat mir meine Mutter meine erste Gitarre geschenkt und ab da war ich diesem Instrument verfallen. Als ich dann noch das Rock Pop In Concert Special gesehen hatte war auch die musikalische Ausrichtung klar wie Kloßbrühe.

Jess: Für Musik hatte ich mich eigentlich schon immer interessiert. Als Kind “musste” ich Klavierunterricht nehmen, konnte mich da aber nicht wirklich bei entfalten und habe mich eher dem Schlagzeug verbunden gefühlt. Allerdings durfte ich mir dann, als ich genug Geld angespart hatte, kein Schlagzeug zulegen weils zu laut gewesen wäre. Dann habe ich mit 13 aber meine erste Gitarre geschenkt bekommen und seitdem bin ich auch dem Rock und Metal verfallen und habe durchgehend Musik gemacht und war in verschiedenen Bands. Die Leidenschaft zum Schreien habe ich erst so richtig 2013 für mich entdeckt.

Wolltet Ihr die Musik schonmal ganz aufgeben?

Casi: Ja. Damals war ich sehr frustriert, weil keine geeigneten Musiker zu finden waren. War aber nicht lange dann hat es mich wieder gepackt.

Jess: Auf gar keinen Fall. Also man hat ja immer mal so Phasen, wo man mehr oder weniger Musik macht, aber ganz aufhören ist mir noch nie in den Sinn gekommen.

Wenn es um Beziehungen geht, was war eure schlimmste Erfahrung?

Jess: Och, da gibt es so einige. Meistens projizieren die Leute ihre eigenen negativen Verhaltensmuster auf Andere und dann soll man sich einschränken, obwohl der andere Partner Probleme hat. Wichtig ist es einfach offen miteinander zu kommunizieren, gegenseitig zu respektieren und das Leben miteinander zu genießen. Schaffen leider die wenigsten.

Klingt Zwar abgedroschen, doch wer sind eure Idole?

Casi: Also mein größtes Idol ist Scrat. Ich finde sein Durchhaltevermögen trotz ewigen Misserfolges sehr bemerkenswert.

Jess: So ein richtiges Idol gibt es bei mir nicht. Es gibt sehr viele sehr gute Künstler, aber entscheiden könnte ich mich jetzt nicht.

Welches sind eure Lieblingsbücher?

Casi: Alles von Stephen King und Ethan Cross. Beide haben einen einzigartigen Schreibstil der mich von der ersten Sekunde an fesselt. Des Weiteren die Biografien von Joachim Fuchsberger und Helmut Schmidt.

Jess: Ich stehe total auf Thriller, Horror und Krimizeugs. Aber auch Biografien, Stories mit wahren Gegebenheiten und auch Fantasy find ich ganz interessant. Um mal ein paar zu nennen: Vater unser in der Hölle, Der Schwarm, Die Chemie des Todes/Kalte Asche/Verwesung

Bei euch brennt es Zuhause, welche drei Dinge rettet Ihr auf jeden Fall vor den Flammen?

Casi: Als erstes natürlich meine Familie plus Hundi. Dann meine Gitarre und natürlich meinen Engl Amp.

Jess: Wahrscheinlich würde ich irgendwas Persönliches retten wollen. Alles andere kann man ja nochmal kaufen. Am liebsten würde ich meinen PC retten, weil da all meine Daten drauf sind, aber der ist ja nicht mal eben schnell aus dem Haus getragen 😀

Wenn man euch 1000 Euro schenken würde, was würdet Ihr damit spontan machen

Casi: Mit 1000 € kann man ja nicht viel machen. Ich würde sie weglegen und auf gutes Equipment sparen.

Jess: Mir ein gutes in-ear-monitoring kaufen

Welche Alben würdet Ihr jmd. Andrehen den Ihr gar nicht mögt?

Casi: Alles von Volbeat.

Jess: Her damit, Casi! Dafür vergebe ich irgendwelche Alben die Casi mag 😀

Gibt es ein Album, bei dem Ihr gern mal mitgewirkt hättet?

Casi: Ich würde sehr gerne einmal bei einem „Be ´Lakor“ Album mitwirken. Ansonsten wäre ich gerne mal an einem neuen Slayer Album mit eingebunden gewesen.

Jess: Klar, z.B. “The Silver Scream” von “Ice Nine Kills”

Welche Platte von euren Eltern haben euch dazu gebracht, Musik zu machen

Casi: Boney M…..:-) Ne quatsch. Gar keine. Ich habe immer Luftgitarre zu AC/DC und zu Bands wie Spliff, Nena, Ideal, Extrabreit der NDW gespielt. Dann ab dem Rock Pop in Concert alle Platten der Teilnehmenden Bands besorgt. Das war meins. Besonders Maiden, Priest und Ozzy haben mich damals gekillt.

Jess: Meine Eltern sind leider so gar nicht im Rock/Metal-Bereich unterwegs, also auch gar keine.

Welche Platten eurer privaten Sammlungen verdienen das Prädikat „Peinlich“

Jess: Da ich gar nicht so viele besitze habe ich auch noch keinen Fehlkauf getätigt. Bei mir gibt es außerdem kein “zu peinlich”. Manchmal höre ich mit meiner besten Freundin auch noch die alten Britney Songs 😀

Casi: Schweisser – Pororoca. Eine absolute Schande was diese ehemals einzigartige Band aus sich gemacht hat.

Wie schwer war die Arbeit am neuen Album?

Jess: Es war irgendwie ständig ein Auf und Ab, aber wir hatten trotzdem Mega viel Spaß und freuen uns jetzt schon auf die nächste Scheibe 🙂

Casi: Das neue Album hat uns allen alles abverlangt. Nicht nur durch technische Desaster, die wir immer wieder bewältigen mussten, sondern auch durch neue Herangehensweisen an die Produktion, bei der wir einiges gelernt haben und was wir bei den zukünftigen Planungen definitiv von Anfang an berücksichtigen werden.

Gab es viele Rückschläge bei der Produktion?

Jess: Ich würde sagen ja, aber wir haben immer das Beste draus gemacht und so lange rumgefeilt, bis alle zufrieden waren. Da das aber meine erste komplette Albumproduktion war kann ich das schlecht beurteilen, weil ich keinen Vergleich habe. Jedenfalls haben wir mit der Produktion sehr viel dazugelernt und können beim nächsten Mal hoffentlich noch ein paar Fehlerchen ausmerzen.

Casi; Da gab es schon einige Sachen, die zeitweise nicht optimal gelaufen sind. Aber egal was passiert ist, es hat uns noch mehr zusammengeschweißt und den Bandzusammenhalt gestärkt. Wir sind eine Einheit und echt froh zusammen musizieren zu dürfen.

Habt Ihr vor Auftritten Lampenfieber?

Jess: Nein eigentlich nicht. Ich freue mich jedes Mal auf die Bühne gehen zu dürfen, erst beim Intro überkommt mich die Aufregung und dann sind wir auch schon mittendrin und erlebe eh alles nur noch wie in einem Film. Das war aber nicht immer so. Als ich damals mit 7 Jahren als Funkenmariechen auf die Bühne sollte, bin ich weinend nach Hause gelaufen und hab damit aufgehört… war auch besser so 😀

Casi: Direkt vor dem Auftritt nicht. Da will ich nur noch raus und losfetzen. Mein Lampenfieber beschränkt sich auf ein oder zwei Tage vor dem Gig. Dann geh ich den Set immer nochmal durch und hole mir dadurch Sicherheit.

Wenn Ihr die Welt verändern könntet, was würdet Ihr ändern?

Jess: Dann gäbe es keinen Krieg, keine Tierausbeutung und keine Umweltverschmutzung. Alle würden in Frieden leben, hätten genug zum Essen, ohne das Tiere in Massen gehalten werden müssen und die Welt wäre ein viel schönerer Ort.

Casi: Ich würde alle Religionen abschaffen.

Wenn Ihr sterbt, wo sollte man euch beerdigen. Friedhof zählt nicht als Antwort!!!

Jess: Irgendwo in der Natur. Vielleicht wird dann noch ein kleines Bäumchen dort gepflanzt, um neues Leben aus meiner Asche entstehen zu lassen. Die Vorstellung finde ich eigentlich ganz schön, also ganz nach dem Motto von “The Uncertain Light”.

Casi: Ich möchte gerne in Schottland sterben und dann in den Highlands beerdigt werden.

Wenn Ihr euch ein Tattoo stechen lassen würdet, was würde niemals eure Haut zieren?

Jess: Irgendein Porträt oder so.

Casi: Namen von irgendwem.

Gibt es bei einem von euch ein Tattoo was ihm peinlich ist und wenn ja welches ist es?

Jess: Ich habe nur eins, und das ist mir jedenfalls nicht peinlich

Casi: Nö. Ich habe keine.

Nennt drei Höhepunkte und Tiefpunkte eurer Karriere

Jess: Definitiv “The Uncertain Light” (also natürlich ein Höhepunkt), der Auftritt bei der “Rock am Stück” Winter Night 2020 und die EP meiner vorherigen Band als Gitarristin. Tiefpunkte habe ich deutlich weniger… da fällt mir eigentlich nur die Auflösung meiner vorherigen Band kurz nach unserem EP-Release ein. Aber auch das gehört irgendwie zu den guten Dingen, weil sonst wäre ich jetzt nicht bei Act Of Creation und würde dieses Interview auch nicht führen 🙂

Casi: Also da gibt es viele. Die 3 größten Höhepunkte für mich sind definitiv unsere Gigs auf dem Summer Breeze (mit E 605), Rock am Stück (Winter Night) und die Gründung von Act of Creation. Größte Tiefpunkte sind immer die Trennung von Bandmitgliedern. Das gehört aber zum Leben und Spielen in einer Band dazu und es geht meistens positiver als vorher weiter.

Welche Platte würdet Ihr einer Frau/Mann bei einem Date vorspielen, um Ihr Herz zu brechen?

Jess: Was von Cory Wells

Casi: Be Lakor – Of Breath & Bone oder alles von Noel Mc Loughlin.

Welches ist euer bis dato unerfüllter Lebenswunsch

Jess: Eigenes Haus mit Garten, so voll im selbstversorger-style an einem wunderschönen Fleckchen Erde, den ich noch nicht gefunden habe.

Casi: Mit AOC die Wacken Bühne zu entern.

Was denkt Ihr über die aktuelle Lage in der Welt

Jess: Es läuft leider so einiges falsch in dieser Welt. Aber ich denke mal damit meint ihr Corona. Also was das betrifft müssen wir halt leider alle da durch und versuchen so gut es geht damit umzugehen. Da müssen wir alle zusammenhalten und das Beste draus machen. Natürlich gibt es Verbesserungspotenzial was die Maßnahmen betrifft, aber ich bin zum Glück keine Politikerin.

Casi: Die Welt verändert sich ständig. Was jetzt aktuell ist morgen schon Vergangenheit. Deswegen versuche ich mich nur mit dem positiven zu beschäftigen und immer aus den Gegebenheiten zu lernen.

Welche Beschallung wünscht Ihr euch auf eurer Beerdigung?

Casi: Slayer – Season in the Abyss & Be Lakor – By Moon and Star

Jess: Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht

In welchem Song lässt sich eure Band am besten Zusammenfassen?

Jess: Puh schwierige Frage… Da wir ziemlich viele Facetten haben ist es nahezu unmöglich sich da auf einen bestimmten Song festzulegen. Welcher Song würde denn eurer Meinung nach uns am besten zusammenfassen? 😉

Casi: Ich denke im Titelsong „The Uncertain Light“ ist sowohl musikalisch wie auch textlich vieles was uns ausmacht vorhanden. Auch der Song „Act of Creation“ von „Secret Memoirs….“  enthält sehr viele Elemente, die sich auch in anderen Songs immer wieder finden und ist somit eine würdige Bandhymne.

Wenn wir euch ein Getränk spendieren würden, welches wäre das?

Casi: Grüner Bio Tee.

Jess: Rockstar \m/

Vielen Dank Ihr beiden für das tolle Interview und es war uns eine Ehre euch zu interviewen. Zum Abschuss des Interviews, gibt es noch ein aktuelles Video vom neuen Album “The Uncertain Light” für euch.

 

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