Interview mit “Solo Morasso”

 

Wieder musste wegen der Corona Pandemie eine Band auf unserer virtuellen Couch Platz nehmen, da man sich ja Live nicht treffen darf. Dieses Mal waren „Solo Morasso“ im Zoom Chat zugegen. Vielleicht wisst Ihr nicht wer die Jungs sind und deswegen stelle ich die Truppe einmal kurz vor. Olli ist derjenige der am Mikro steht, Jens (Poti) und Jan greifen in die Saiten, Günni zupft den Bass und Matthy drischt die Felle durch. Leider konnten nicht alle zugegen sein, doch Olli und Matthy haben es geschafft uns Rede und Antwort zu stehen. Daher viel Spaß mit den Antworten der Jungs und genießt den Song am Ende des Interviews. Das Review des neuen Albums “Too Loud Too Die” könnt Ihr am Freitag den 4. Dezember nachlesen.

Welche Erinnerungen verbindet Ihr mit eurer Kindheit?

Olli: Highlight war es immer vom Dorf in die Stadt zu fahren und Plattenläden zu durchstöbern. Klassenfahrt Berlin; 2. Tag; kein Geld mehr; dafür 3 Platten und zwei Patches ☺

Matthy: Manchmal hat man den ganzen Nachmittag im Plattenladen verbracht und hat eine Vinylscheibe nach der anderen gehört und konnte sich am Ende trotzdem nicht entscheiden welche man kaufen sollte ?‍♂️

Wann habt Ihr euch entschieden Musik zu machen?

Olli: Ich persönlich, im Alter von 14 /15, mit „mäßigem“ Erfolg in der Umsetzung, um dann mit 18 das Mikro zu erobern.

Matthy: Bei mir auch mit ca. 15 Jahren, da habe ich mit unseren Gitarristen Poti in einer Punkband gezockt. Das wir 3 Jahrzehnte später wieder zusammen in einer Band spielen ist wohl Schicksal, bzw. eine glückliche Fügung.

Wolltet Ihr die Musik schon mal ganz aufgeben?

Olli: Der Gedanke kam hin und wieder mal auf, bedingt durch beruflichen Stress und Familienleben, aber dann hat man wieder diese eine Probe und diese eine besondere Song Idee und dieses eine (oder auch zwei) Bier im Proberaum…, nee nicht wirklich ernsthaft drüber nachgedacht

Matthy: Zwischendurch waren immer mal Jahre, wo ich in keiner Band gespielt habe aber die Musik an den Nagel zu hängen war bei mir auch nie ein Thema.

Wenn es um Beziehungen geht, was war eure schlimmste Erfahrung?

Olli: Klassiker: bester Freund schnappt sich die Freundin

Matthy: On/off Beziehung. Heute schimpft sich sowas wohl Freundschaft+. Schlimm dabei, wenn eine Seite mehr will

Klingt Zwar abgedroschen, doch wer sind eure Idole?

Olli: Klingt auch abgedroschen, aber Eddie Vedder ist ganz vorne mit dabei, bzgl. Willenskraft und Kampfgeist ist für mich als Kind der 80/90-er natürlich Michael Jordan, aber noch davor, der weniger bekannte, Patrick Ewing! Best Center of all times!

Matthy: Als Bassist ganz klar Cliff Burton, gar nicht auszumalen was Metallica mit ihm noch für Alben hätten aufnehmen können. Musikalisch war er bis zur Master of Puppets der ‘Mastermind’

Welches sind eure Lieblingsbücher?

Olli: Ich kann es nicht an einem Buch festmachen, aber meine Lieblingsschriftsteller sind Wolfgang Hohlbein, Sebastian Fitzek, Cody McFadyen, Ethan Cross.  Vom Letzteren natürlich die „Shepherd“ Reihe

Matthy: Lieblingsbücher bzw. Buchreihe kann ich so auch nicht benennen. Aber bevorzugt mag Krimis oder Thriller, z.B. von Simon Beckett oder Karen Slaughter.

Bei euch brennt es Zuhause, welche drei Dinge rettet Ihr auf jeden Fall vor den Flammen?

Olli: Kinder, Frau, Hund…sorry Katze

Matthy: The same answer like Olli

Wenn man euch 1000 Euro schenken würde, was würdet Ihr damit spontan machen?

Olli: Als Band, bestimmt nochmal ins Studio gehen oder unsere jetzige Platte als Vinyl pressen lassen.

Matthy: Vinyl würde mir auch gefallen, oder in neues Equipment investieren.

Welche Alben würdet Ihr jmd. Andrehen den Ihr gar nicht mögt?

Olli: Man soll nicht mit Steinen schmeißen, wenn man im Glashaus sitzt, habe ich von Mama gelernt, also sag ich nicht, was mir da vorschwebt ☺

Mathhy: Um unliebsamen Besuch schneller los zu werden würde ich denjenigen wohl Free Jazz vorspielen, wäre aber auch Selbstgeißelung?

Gibt es ein Album, bei dem Ihr gern mal mitgewirkt hättet?

Olli: Ich für meinen Teil hätte gerne am „we sweat blood“ von Danko Jones mitgewirkt

Matthy: Mitgewirkt, weiß ich nicht, aber bei Bad Religion wäre ich schon gerne mal bei ner Produktion dabei gewesen

Welche Platte von euren Eltern haben euch dazu gebracht, Musik zu machen

Olli: Black Sabbath _ Paranoid, Rolling Stones _aftermath (PAINT IT BLACK!!!)

Matthy: Alles von Springsteen, Fats Domino und John Lennon

Welche Platten eurer privaten Sammlungen verdienen das Prädikat „Peinlich“

Olli: Keine, jede Platte hatte ihre Zeit

Matthy: Richtig peinlich ist mir nix aus der Sammlung

Habt Ihr vor Auftritten Lampenfieber?

Olli: Ehrlich gesagt, nicht wirklich, bei mir ist es eher so, dass ich beim „Aufbauen“ den Gig im Kopf schon durchgehe und nicht selten sogar vor dem Gig müde werde, was dann aber auf der Bühne sofort verfliegt-> dann ist ACTION angesagt, da habe ich für nichts andres Zeit

Matthy: Kribbeln ja, nervös nein. Wenn die ersten Takte gespielt wurden will man nur noch Spaß auf der Bühne und mit den Leuten zusammen abfeiern.

Wenn Ihr die Welt verändern könntet, was würdet Ihr ändern?

Olli: Achtung abgedroschen: WELTFRIEDEN herbeiführen (Miss Undercover ☺)

Matthy: Mehr Miteinander, weniger Engstirnigkeit, weniger Egomanen, mehr Mitgefühl. Dass es keine Hungersnot mehr gibt, bzw. kein Kind mehr Hunger leiden muss.

Wenn Ihr sterbt, wo sollte man euch beerdigen. Friedhof zählt nicht als Antwort!!!

Olli: Ich/wir kann/können nicht sterben: too loud to die.

Matthy: Habe ich mir bisher noch nie Gedanken drüber gemacht

Wenn Ihr euch ein Tattoo stechen lassen würdet, was würde niemals eure Haut zieren?

Olli: Ein Arschgeweih

Matthy: Einhorn oder Elfen

Gibt es bei einem von euch ein Tattoo was ihm peinlich ist und wenn ja welches ist es?

Olli: Dazu kann ich nichts sagen, denn ich habe keins.

Matthy: Peinlich nicht, habe aber nen Sensenmann auf dem Oberarm, der nach 30 Jahren sicher mal nachgestochen werden müsste. Für ein Cover Up ist das zu groß.

Nennt drei Höhepunkte und Tiefpunkte eurer Karriere

Olli: Gründung und diverse Neugründungen, Omas Teich Festival 2010, CD-Releases/Studioerfahrungen Trennung von liebgewonnen Bandkollegen, Schimmel im Proberaum, Corona Lockdown (BUT STILL ALIVE-> Fuck you Covid 19)

Matthy: Live Gigs, eindeutig das Beste, aber auch ne super Bandprobe oder wenn gerade ein neuer Song entsteht, bei dem alle merken das wird fett ??

Welche Platte würdet Ihr einer Frau bei einem Date vorspielen, um Ihr Herz zu brechen?

Olli: Ich habe es mal mit der Lost Dogs von Pearl Jam probiert, hat nicht funktioniert, da war Nirvana unplugged schon besser und die „By the way“ von RHCP funktioniert auch

Matthy: Stevie Wonder – sunshine of my life

Welches ist euer bis dato unerfüllter Lebenswunsch

Olli: Als Band träumt man wohl davon, mal von seiner Musik leben zu können, das wird wohl schwer werden

Matthy: Der Zug von der Musik leben zu können ist wohl längst abgefahren?aber mit seiner Musik so viele Leute zu erreichen die das dann auch hören mögen ist immer ein Ziel

Was denkt Ihr über die aktuelle Lage in der Welt

Olli: Tja, dazu kann man viel schreiben, aber zusammengefasst, ist die Corona Situation für alle Bereiche besorgniserregend, nicht nur wegen den wirtschaftlichen Folgen, sondern auch, weil die Situation so viel Unzufriedenheit erschafft, dass manche Lemminge in die falsche Richtung geleitet werden. KEIN MILLIMETER NACH RECHTS! Word

Matthy: Genauso Olli – aber gibt leider auch viele linke Spinner. Grundsätzlich lehne ich Extremismus bei dem Gewalt ausgelebt wird ab, egal ob links, rechts oder religiöser Fanatismus.

Welche Beschallung wünscht Ihr euch auf eurer Beerdigung?

Olli: My, My, Hey, Hey (out of the blue) von Neil Young (it´s better to burn out than to fade away…)

Matthy: Frank Zappa – jewish princess. Schade, dass ich dann nicht mehr mitbekomme wer ein schmunzeln auf den Lippen hat

In welchem Song lässt sich eure Band am besten Zusammenfassen?

Olli: Ich denke, dazu sind wir zu vielseitig, betrachtet man unser aller Wurzeln: Metal, Grunge, Punk, Rock, Cross Over…ist es bei so vielen Einflüssen schwer einen Song zu benennen, der unsere Band in Gänze beschreibt. Nimmt man einen von unseren eigenen Songs, passt vielleicht ganz gut der zweite Song auf der neuen CD: Faster, Faster. Inhaltlich geht es um den Drang, nein die Lust auf Musik: I won´t stop __faster, faster; I can´t stop__ louder, louder! Ausserdem singen wir alle mit im Refrain, passt also!

Matthy: Sex on legs passt aber auch sehr gut, Metal meets Rock meets Punkrock, sehr Abwechslungsreich…

Wenn wir euch ein Getränk spendieren würden, welches wäre das?

Olli: Das ist bei uns allen unterschiedlich, aber im Namen von Günni, Poty und mir ist BIER die erste Wahl, in diesem Sinne Prost!

Matthy: Stimmt, Bier geht immer.

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