Interview mit den Death Metallern von “Debauchery”

Pic: Debauchery

 

Am Ende eines langen Redaktionstages klingelte plötzlich das Rote Redaktionstelefon und Debauchery waren in der Leitung. „Moin liebe Metalpiraten vom Skulls and Bones Magazin habt Ihr noch etwas Zeit für ein Interview?“ Die Antwort war recht einfach. “Natürlich” und schon ging das Interview auf dem virtuellen Sofa los, denn Corona lässt es ja nicht anders zu.

 

S&B: Moin und erstmal einen herzlich Glückwunsch zum neuen Album „Monster Metal“. Schöne eingängige Melodien und schön was auf Fressbrett. So muss das auch sein. Aber gab es wegen der aktuellen Situation in der Welt Schwierigkeiten beim Erstellen des Albums?

Hallo, vielen Dank, cool, dass dir das neue Album gefällt.

Eigentlich war es sogar einfacher neue Musik zu schreiben, es gab keine Ablenkung. Ich musste nicht für Konzerte proben, nichts packen und auspacken, ich konnte mich Monatelang auf die neuen Songs konzentrieren, obwohl ich eigentlich auch schon 2019 angefangen habe.

S&B: Wie zufrieden seid Ihr mit eurem Album, denn von außen betrachtet jeder ein neues Langeisen kritisch.

Ich bin sehr zufrieden, sonst hätte ich es nicht veröffentlicht. Es ist von allen neuen Songs, die ich geschrieben habe, das was am besten den DEBAUCHERY Sound wiedergibt und für mich auch mein bestes Debauchery Album. 10 Songs, alle geradeaus, coole Riffs, viel Groove, Monsterstimme, alles sehr eingängig.

Bisher ist auch das Feedback der Fans zu den Videos positiv und das ist natürlich das was zählt. Mir ist die Meinung von den CD-Käufern wichtig, die halten die Musik am Leben und ich freue mich natürlich, wenn sie das neue Album genauso cool finden, wie ich.

Die üblichen Hater regen sich natürlich wieder auf, aber ganz ehrlich, die hassen mich und meine Musik, da könnte ich Master of Puppets oder Painkiller veröffentlichen und die würden es trotzdem scheiße finden.

S&B: Wie betrachtet Ihr die Entwicklung von eurem ersten Album Kill Maim Burn bis zum neuen Album Monster Metal?

Bei Debauchery mache ich eigentlich immer das gleiche nur besser. Kill Maim Burn war mein erstes Album und klingt natürlich nicht so ausgereift. Aber der Debauchery Sound war schon erkennbar. Über die Jahre habe ich alles Mögliche mal bei einzelnen Songs ausprobiert: Blastbeat, Keybords und Orchester und solche Sachen. Aber das ist nicht was ich machen will. Die Sachen, die wirklich neu sind und die ich über mehrere Songs und Alben weiterverfolgt habe, haben einen eigenen Namen. Also die deutschen Texte laufen unter BALGEROTH und meine AC/DC Style Hard Rock Musik unter Blood God, davor Big Ball.

Ansonsten dreht sich immer noch alles um Monster und Fantasy Themen. Anfangs über Warhammer und Mittelerde, inzwischen mit meiner eigenen Welt, die über die Jahre entstanden ist, aber die Anfänge waren schon beim zweiten Album da.

Die Optik ist natürlich auch cooler geworden über die Jahre. Aber ich konnte die Grafiken, Layouts und Videos nicht selber produzieren. Das ist eben ein Prozess. Deswegen sehen die Sachen der letzten 10 Jahre eben einheitlicher aus, wie noch bei Kill Maim Burn und Rage of the Bloodbeast, wo alles Auftragsarbeiten waren.

Auch wenn wir live unterwegs waren, hatte ich früher gar nicht die Möglichkeit irgendetwas für die Bühne mitzunehmen. Wir waren teilweise zu dritt in einem kleinen Fiat unterwegs.

Ich kenne heute auch mehr Leute, die mir helfen können, Dinge umzusetzen. Zum Beispiel habe ich Dennis Ward bei der Aufnahme von Torture Pit kennengelernt. Seitdem gehe ich jedes Jahr für jedes Album zu ihm. Was Sound angeht ist er einfach der Beste. Deshalb klingt seitdem jedes Album fett. Oder Adrian Smith hat ab 2007 sehr viele coole Bilder für mich gemalt, inzwischen kann ich meine Bilder selber malen. Die Grundidee hinter meiner Kunst bleibt sozusagen beständig, aber die Umsetzung verbessert sich.

S&B: Was war der auschlaggebende Punkt warum Ihr mit Musik angefangen habt. Haben euch dabei eure Eltern beeinflusst

Mit meinen Eltern hat das nichts zu tun. Guns’N’Roses hat mich als erste Band begeistert, was für ein cooler Sound, dann kam Maiden, Priest und AC/DC. Nichts klingt so geil wie AC/DC. Als ich das Donington Live zum ersten Mal gehört habe, dachte ich nur WOW. Durch Angus habe ich den Weg zur Gitarre gefunden. Ich wollte einfach auch fette Riffs spielen. Heute weiß ich, dass ich wohl eher Malcolm Fan bin, da mich immer mehr die Riffs und weniger die Soli begeistert haben. Aber damals war es eben Angus als Aushängeschild der Band.

S&B: Wart Ihr schon einmal an einem Punkt, wo Ihr mit der Musik aufhören wolltet?

Ich wollte nie etwas anderes machen als Metal. Der Grund, warum ich allerdings nie eine richtige Band hatte, und mit Live-Musikern arbeite, liegt ja auch daran, dass fast niemand die Möglichkeit hat sich das über einen längeren Zeitraum zu geben. Es ist superaufwendig, soll eigentlich Spaß machen, erfordert unfassbar viel Zeit, ist aber auch ein Business, bei dem die Bands immer wieder abgezogen werden. Es gibt fast kein Geld zu verdienen, man muss jeden Tag hart dafür arbeiten und am Ende gibt es immer noch irgendwelche Wichser, die einen online beleidigen oder die ganze Arbeit schlecht machen, anstatt sich einfach was anderes anzuhören, wenn es einem nicht gefällt. Fast jeder meiner Musiker hatte nach einem Jahr keine Lust mehr, weil es ihm zu viel Arbeit war.

S&B: Was ist der bisherige verrückteste Fan Moment in eurer Bandgeschichte

Ich finde es immer krass, wenn sich Leute was von Debauchery tätowieren lassen, sei es das Logo, eines der Monster oder mein Gesicht.

S&B: Wenn Ihr Superhelden wärt, welche Superkraft hättet Ihr und wie sähe euer Kostüm dazu aus

Im Idealfall natürlich die Fähigkeiten eines Blutgottes, dann könnte ich Feuer spucken und hätte eine krasse biomechanische Drachenrüstung.

S&B: Irgendwann ereilt jeden von uns der Tod. Dies ist unausweichlich. Daher würde es uns interessieren, welche Beschallung Ihr auf eurer Beerdigung laufen lassen würdet.

AC/DC natürlich.

S&B: Eine Reise durch Raum und Zeit ist ja nicht möglich, doch wenn es möglich wäre, wo würdet Ihr einmal am liebsten Spielen. Dabei ist es egal ob in der Zukunft oder der Vergangenheit.

Ich denke auf dem Hellfest. Aber eigentlich habe ich bei Konzerten immer so viel zu tun, dass ich mich eh nur um meinen Kram kümmern kann. Dabei spielt es kaum eine Rolle, wo ich bin. Cool wäre also auch, wenn ich bei der Show eine Crew hätte, so dass ich nichts machen muss, außer Spielen und Biertrinken.

S&B: Irgendwann ist Corona auch einmal vorbei. Daher würde es unsere Leser interessieren, ob eine Tour geplant ist und wenn ja, wann diese Startet

Ja es steht noch das Wolfsfest mit BALGEROTH aus und eine Monster Metal Tour ist auch geplant. Ich bin gerade allerdings vorsichtig etwas zu veröffentlichen, um nicht noch mehr Verwirrung zu verursachen. Die Termine liegen im Moment alle im Herbst 2021. Im Sommer 2021 gibt es eigentlich auch einiges, aber das ist unrealistisch. Im Herbst/Winter glaube ich auch an nichts, aber mal sehen.  

 

Wir sagen Dankeschön für das Interview und hoffen euch bald wieder Live sehen zu können

 

 

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